Rückblick 2018

„Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt,  der nimmt mich auf.” Mt. 18,5

Liebe Freunde und Unterstützer,

dieser Vers ist das Motto unserer Partnerorganisation „Pentru Familia Crestina” in Rumänien. Die Aussage von Jesus ist eine Umkehrung der Werte, die in unsrer Leistungsgesellschaft gelten. Es ist eine Provokation für all diejenigen, die Gewinnmaximierung, Leistung und Erfolg zum Maßstab für den Wert eines Menschen anlegen. Diese Worte waren zu Jesu Zeiten genauso herausfordernd und anstößig wie heute. Jesus fordert uns zum Umdenken heraus. Und doch ist es sehr gewagt, sich auf diese Herausforderung einzulassen. Die Weltnachrichten haben uns abgestumpft – menschliches Leid ist zum Alltag geworden. Viele vermeiden es Geflüchtete kennenzulernen, verarmte Menschen einzuladen oder sich der Tatsache zu stellen, dass auch in der EU noch Kinder in Geburtskliniken zurückgelassen werden. Gerade wenn wir in der Gefahr stehen, resigniert in Ohnmacht zu versinken, lenkt Jesus unseren Blick auf den Einzelnen. Welcher Wert kommt einem Baby zu, das von seiner Mutter zurückgelassen wird, weil es ungewollt und das 12. Kind ist?

…und damit wird es ganz praktisch. Welche Familie ist beispielsweise bereit einem Kind wie Alexadru ein neues Zuhause zu bieten?

Alexandru, genannt Alex, hat in seinem kurzen Leben bereits viel Negatives erlebt. Er ist der 12. von 13 Geschwistern, hat allerdings nie in seiner natürlichen Familie gelebt. Seine Mutter ließ ihn nach der Geburt im Krankenhaus zurück. Danach war er in mehreren staatlichen Institutionen. Alex und sein Bruder Cosmin sind sehr von ihrem Alltag im Kinderheim geprägt. Der Kampf ums Überleben ist ihnen unbewusst in Fleisch und Blut gegangen. „Wer bin ich, wenn niemand mich will und sogar meine Mutter mich verlassen hat?” Solche Fragen bestimmen das Verhalten und die Identität dieser Kinder.

Familie Faur aus Baasen in Siebenbürgen holte Alex zusammen mit seinem Bruder Anfang 2018 vom Kinderheim ab. In Deutschland fanden sich Paten für die beiden Geschwister. Familie Faur, die auch schon länger die ältere Schwester dieser Jungen aufgenommen hat, möchte ihnen Liebe und ein Zuhause schenken. Welch eine Chance für die Kinder – welch eine Herausforderung für die Familie! In der kurzen Zeit, seit sie bei Familie Faur sind, hat sich in ihnen noch nicht die Gewissheit verwurzelt, dass sie nicht mehr kämpfen müssen, dass sie geliebt werden und akzeptiert sind. Aber mit der übernatürlichen Liebe Gottes können auch diese Kinder Veränderung erleben. Dafür wollen wir glauben und die Pflegeeltern in ihrer großen Aufgabe ermutigen.

 

Groß wurde die Jubiläumsfeier am 26. Mai 2018 gefeiert: 20 Jahre Stiftungsarbeit, 10 Jahre Haus des Lichts - eine lange Zeitspanne auf die wir mit viel Dankbarkeit zurückblicken.

Vor 20 Jahren war die Geburtsstunde einer Arbeit, die viele Menschen geprägt hat. Es entstanden Beziehungen und Freundschaften, die nun schon so lange halten und dank derer viel Frucht gewachsen ist. Bis heute wurde der Lebenslauf von etwa 50 Kindern entscheidend beeinflusst: Dank der Integration in heile Familien hatte der Alltag für diese Kinder plötzlich eine neue Dimension – sie lernten Geborgenheit, fühlten sich angenommen  und geliebt. Sie  konnten endlich Vertrauen aufbauen und sich an ihrem Leben freuen. Für längere oder kürzere Zeit haben sie eine „heile Welt“ erleben dürfen. In Summe wurden die Pflegefamilien während diesen 20 Jahren mit umgerechnet etwa 610.000 Euro unterstützt. Wir dürfen also auf 20 sehr abwechslungsreiche Jahre zurückblicken, mit Höhen und Tiefen.

Etwa 30 Kinder mit Behinderungen sind in der Tagesstätte „Haus des Lichtes”. Manche der Kinder sind im September 2018 eingeschult worden, da muss sich nun zeigen ob sie den Anforderungen und dem anstrengenden Programm gewachsen sind oder ob sie weiterhin ganztägig in die Tagesstätte kommen.

7-10 junge Erwachsene sind in der Werkstatt. Verschiedene Tätigkeiten wurden im zurückliegenden Jahr ein- bzw. ausgeübt: Kupferkabel abisolieren, Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier treffen, die Kirschernte in Weißkirch und die Pflaumenernte in Wolkendorf einbringen und anschließend Marmelade kochen. Die Jugendlichen sind sehr gerne zusammen, und es wird überlegt, welche weiteren gemeinsamen Aktivitäten förderlich sein können und auch machbar sind.

„Metro Ministries” dient Kindern aus Roma Hintergrund mit einem Kindergarten, Hausaufgabenhilfe und christlichen Programmen. Zur Hausaufgabenhilfe kommen 37 Kinder von der 1.- 9. Klasse. Davon konnten im letzten Jahr 6 Kinder in die weiterführende Schule wechseln. Das ist ein großer Erfolg.

Es gab 2018 verschiedene evangelistische Kinderprogramme und ein Sommercamp in Albesti, an dem 180 Kindern teilnahmen. Geplant ist, in diesem Ort ebenfalls einen Kindergarten und eine

Hausaufgabenhilfe einzurichten. Weiterhin fanden Kindercamps in Goldberich, Daneș und Șaeș sowie eine Teenagerfreizeit statt.

Die Gemeinde Vaterhaus erwägt, im August 2019 ein Team dorthin zu schicken, um bei den Freizeiten zu helfen. Interessiere können sich bei uns melden.

 

Für den Verein Lebensbrot wurde Kristina Knöll als neue Kassenführerin gewählt. Wir freuen uns über die tatkräftige Unterstützung und danken Thomas Kempe (bisheriger Kassenführer) für seine Arbeit.

Vielen Dank für eure Freundschaft und Unterstützung

Fritz Knöll, Kristina Knöll, Edgar und Elke Feld

 

Erlebnis- Urlaub in Rumänien

Erlebnis-Urlaub in Rumänien: 
Willst du in deinem Urlaub dazu beitragen, dass Menschen mehr von Gottes Liebe erfahren? Dann laden wir dich zu einem Erlebnis-Urlaub in Rumänien (Siebenbürgen) mit dem Hilfswerk „Lebensbrot“ vom 27. Juli – 9/10. August 2019 ein. Wir wollen den Teilnehmern ermöglichen, sich entsprechend ihrer Gaben einzusetzen und daher werden wir zwei verschiedene Einsatzmöglichkeiten anbieten:

1. Handwerklicher Einsatz auf der Therapiefarm für Menschen mit Behinderung
2. Mitarbeit bei einem Kindercamp mit Romakindern.

Nach einer Woche treffen sich die beiden Teams in Schäßburg, um gemeinsam noch andere Partner-Dienste von Lebensbrot kennenzulernen. Zum Ausklang gibt es noch ein paar Urlaubstage mit Freizeitaktivitäten.

Wer Interesse an dem Einsatz hat, soll sich bitte bis Ende Jan 19 an Elke Feld  eefeld@t-online.de wenden.